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Angebot nachfassen: Zeitpunkt, Formulierung und eine Vorlage zum Kopieren
Kurze Antwort
Der beste Zeitpunkt zum Nachfassen liegt fünf bis sieben Werktage nach dem Versand des Angebots — früh genug, dass die Anfrage noch präsent ist, spät genug, dass niemand sich gedrängt fühlt. Formuliere die Nachricht als Angebot von Hilfe statt als Erinnerung an eine offene Entscheidung: Frag nach Rückfragen zum Umfang, nicht nach dem Auftrag.
Die meisten Angebote gehen nicht verloren, weil der Preis zu hoch war. Sie gehen verloren, weil danach niemand mehr etwas gesagt hat. Dieser Beitrag zeigt, wann du dich meldest, was du schreibst und wie du es formulierst, ohne dich unangenehm zu fühlen.
Warum Nachfassen fast immer ausbleibt
Es liegt selten an Faulheit. Es liegt daran, dass der Moment unangenehm ist: Man weiß nicht, ob die andere Seite noch überlegt, längst abgesagt hat oder das Angebot schlicht vergessen hat. Diese Unsicherheit kostet den einen Satz, den es bräuchte.
Dazu kommt der praktische Teil. Wer verkauft und gleichzeitig liefert, ist am fünften Tag nach dem Angebot mitten in einem anderen Projekt. Das Angebot ist raus, der Kopf ist woanders, und nach zwei Wochen fühlt es sich zu spät an — also passiert gar nichts mehr.
Genau hier liegt das meiste liegengebliebene Geld. Ein Interessent, der sich ein Angebot zweimal angesehen hat, ist kein verlorener Kunde. Er ist ein fast gewonnener, der auf eine Kleinigkeit wartet.
Der richtige Zeitpunkt
Fünf bis sieben Werktage nach dem Versand ist der Punkt, an dem beides stimmt: Die Anfrage ist noch frisch genug, um ohne lange Vorrede daran anzuknüpfen, und lange genug her, dass die Nachricht nicht wie Ungeduld wirkt.
Zwei Ausnahmen sind wichtiger als die Regel. Hat der Interessent eine Frist genannt — „wir entscheiden bis Monatsende" —, dann gilt seine Frist, nicht deine. Und wenn du weißt, dass er das Angebot mehrfach geöffnet hat, darfst du früher dran sein: Wer dreimal hineinschaut, beschäftigt sich damit.
- Tag 5 bis 7: der Normalfall, eine kurze, freundliche Nachfrage.
- Genannte Frist: zwei bis drei Tage davor, nicht danach.
- Mehrfach geöffnet, keine Reaktion: nach zwei bis drei Tagen.
- Nach dem zweiten erfolglosen Versuch: eine letzte Nachricht, dann Ruhe.
Was in die Nachricht gehört — und was nicht
Eine gute Nachfass-Nachricht hat drei Bestandteile: einen Bezug zum Gespräch, eine echte Frage und einen leicht zu gehenden nächsten Schritt. Mehr nicht. Sie ist kurz, weil eine lange Mail signalisiert, dass hier jemand verkaufen will.
Der häufigste Fehler ist die Formulierung „ich wollte nur nachhaken, ob Sie sich das Angebot schon ansehen konnten". Sie stellt die andere Seite in die Schuld, etwas nicht getan zu haben. Besser ist eine Frage, die dem Empfänger etwas gibt: eine Rückfrage zum Umfang, ein Hinweis auf einen Termin, eine Alternative.
Was nie hineingehört: eine Wiederholung des Preises, künstliche Dringlichkeit („nur noch diese Woche"), und mehr als eine Frage. Zwei Fragen in einer Mail führen dazu, dass keine beantwortet wird.
Wie oft man nachfasst
Zweimal. Danach ist Schweigen eine Antwort, und weitere Nachrichten schaden dem Verhältnis mehr, als der Auftrag wert wäre.
Die zweite Nachricht darf ruhig ausdrücklich die letzte sein: „Ich melde mich dazu nicht noch einmal — wenn es zeitlich gerade nicht passt, sag einfach Bescheid, dann komme ich später wieder auf dich zu." Dieser Satz nimmt Druck heraus und bekommt erstaunlich oft eine Antwort.
Wer nach zwei Versuchen nichts hört, verliert nichts. Der Kontakt bleibt bestehen — nur eben für einen späteren Anlass.
Vorlage zum Kopieren
Diese Fassung funktioniert branchenübergreifend. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern und streiche, was nicht passt — je kürzer, desto besser.
Betreff: Kurze Rückfrage zu [Vorhaben] Hallo [Name], wir hatten letzte Woche über [Vorhaben] gesprochen, und ich habe dir dazu ein Angebot geschickt. Eine Frage dazu: Passt der Umfang so, wie ich ihn vorgeschlagen habe, oder ist bei euch inzwischen etwas dazugekommen? Wenn du magst, passe ich das gern an — das ist in zehn Minuten erledigt. Falls es zeitlich gerade nicht passt, sag einfach kurz Bescheid. Dann komme ich in ein paar Wochen noch einmal auf dich zu. Viele Grüße [Dein Name]
Die zweite und letzte Nachricht nach weiteren sieben Tagen kann noch kürzer sein: ein Satz Bezug, ein Satz Angebot, ein Satz Rückzug.
Häufige Fragen
Wie lange sollte man nach einem Angebot warten, bevor man nachfasst?
Fünf bis sieben Werktage sind der Richtwert. Hat der Interessent eine eigene Frist genannt, meldest du dich zwei bis drei Tage davor. Hat er das Angebot mehrfach geöffnet, ohne zu antworten, darfst du schon nach zwei bis drei Tagen fragen.
Ist Nachfassen per E-Mail oder per Telefon besser?
Für die erste Nachfrage ist die E-Mail besser: Sie lässt dem Empfänger Zeit und wirkt nicht wie Druck. Beim zweiten Versuch kann ein kurzer Anruf sinnvoll sein, wenn ihr euch bereits persönlich gesprochen habt. Bei reinen Website-Anfragen bleibt es besser schriftlich.
Wie oft darf man nachfassen, ohne aufdringlich zu wirken?
Zweimal. Nach dem zweiten Versuch ohne Antwort solltest du das Thema ruhen lassen. Der Kontakt bleibt für einen späteren Anlass erhalten — weitere Nachrichten kosten mehr Vertrauen, als der einzelne Auftrag wert ist.
Was schreibt man, wenn der Kunde gar nicht mehr reagiert?
Eine kurze, freundliche Abschlussnachricht ohne Vorwurf: dass du das Thema für den Moment ruhen lässt und gern wieder zur Verfügung stehst, wenn es aktuell wird. Diese Nachricht bekommt häufiger eine Antwort als jede Erinnerung — weil sie den Druck herausnimmt.
Lohnt sich Nachfassen bei kleinen Aufträgen überhaupt?
Gerade dort. Bei kleinen Aufträgen ist die Entscheidung meist nicht schwierig, sondern nur unwichtig genug, um liegenzubleiben. Eine einzige Nachricht bringt sie zurück auf den Tisch — der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum möglichen Ergebnis.
Womit Dagomi hier hilft
Dagomi erkennt Angebote, die geöffnet, aber nicht beantwortet wurden, und schreibt die Nachfass-Nachricht im richtigen Abstand fertig. Du liest sie durch und gibst sie frei — oder lässt sie nach einer Testphase automatisch laufen.
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Zuletzt aktualisiert: 28.07.2026
